Lasertherapie bei Feuermalen

Was sind Feuermale?

Feuermale, auch Naevi flammei oder kapilläre Malformationen genannt, sind die häufigsten angeborenen Gefäßfehlbildungen. Schätzungsweise treten sie bei 0,3% bis 0,5% aller Neugeborenen auf. Die Entstehung dieser Hautveränderungen ist noch immer weitgehend unklar. In den meisten Fällen sind Feuermale bei Geburt bereits vorhanden und bestehen bis ins Erwachsenenalter. Häufig sind sie am Anfang als rötliche Flecken zu erkennen, im Laufe der Zeit können sie die Farbe ändern und dunkelrot bis blau-lila werden. Später können eine Hautverdickung oder knotenartige Veränderungen auftreten. Feuermale finden sich in den meisten Fällen im Gesicht und im Nackenbereich, seltener am Stamm, den Armen oder Beinen. Bei Lokalisation im Mittelgesicht führen sie nicht selten zu einer psychosozialen Belastung der Kinder und ihrer Eltern. 

Wie kann man Feuermale therapieren?

Feuermale können mit verschiedenen Lasern behandelt werden, u. a. einem Farbstofflaser, einem KTP-Laser, einem Alexandrit-Laser oder einem Nd:YAG-Laser. Als Goldstandard zur Therapie von Feuermalen gilt jedoch zurzeit die Behandlung mit dem gepulsten Farbstofflaser. In unserer Klinik wird daher auch mit einem solchen Gerät behandelt.

Wann sollte man Feuermale therapieren?

Die besten Ergebnisse können nach aktueller Auffassung dann erzielt werden, wenn die Therapie im frühen Kindesalter durchgeführt wird. Das liegt u. a. daran, dass die Feuermale dann dünner und somit besser mit dem Laser zu erreichen sind. Darüber hinaus soll eine Behandlung betroffener Kinder erreicht werden, bevor ihnen die Besonderheit ihres Feuermals bewusst wird. Damit soll einer eventuellen psychosozialen Belastung durch die Gefäßfehlbildung vorgebeugt werden.

Was sind Risiken der Therapie?

Nach der Lasertherapie kann es in seltenen Fällen zu Schmerzen, Schwellungen, Krustenbildung oder Blutungen kommen. Weiterhin kann sich ein so genanntes Granuloma pyogenicum bilden, hierbei handelt es sich um eine gutartige Gefäßneubildung. Beschrieben wurde, dass es durch die Therapie in wenigen Fällen zu einer vorübergehenden Pigmentverschiebung kommen kann, die Haut kann heller (Hypopigmentierung) oder auch dunkler (Hyperpigmentierung) erscheinen. Ein geringes Risiko der Narbenbildung besteht ebenso (je nach Studienlage zwischen 1-3%).  Hierüber werden Sie vor einer Lasertherapie noch einmal ausführlich aufgeklärt.

Wie sind die Ergebnisse der Therapie?

Durch die Therapie mit dem Farbstofflaser kommt es in den meisten Fällen zu einer Aufhellung und Verkleinerung der Feuermale. Eine komplette Remission, d. h. ein Verschwinden der Feuermale wird nur in wenigen Fällen durch die Therapie erreicht, in bis zu einem Fünftel der Fälle sprechen die Gefäßfehlbildungen unserer Erfahrung nach nicht auf die Therapie an. Ein Problem stellt die erneute Nachdunkelung der Feuermale nach einer Therapie mit dem Farbstofflaser dar. Zwischen ca. einem Siebtel und der Hälfte der Patienten berichten von dieser Erscheinung. Die Ansprechrate auf eine Farbstofflaser-Therapie ist nicht nur von Patient zu Patient, sondern auch innerhalb eines Feuermals unterschiedlich. Dies hängt u. a. von unterschiedlichen Hautdurchmessern und der Beschaffenheit der Feuermal-Blutgefäße in verschiedenen Lokalisationen ab. Weiterhin wird das Ergebnis der Therapie beeinflusst durch den Therapiestartpunkt (bessere Ergebnisse bei frühem Beginn), die Größe des Feuermals (bessere Ansprechrate bei kleineren Feuermalen) und die Lokalisation (z. B. an Stirn oder Schläfe häufig besseres Ansprechen als im Mittelgesicht).

Wie ist der Ablauf der Lasertherapie?

In der Regel wird die Indikation zur Farbstofflasertherapie in unserer Ambulanz gestellt. Aufgrund der Lokalisation der Feuermale und des Alters der zu behandelnden Kinder wird die Behandlung in einer Kurznarkose durchgeführt. Über die Risiken der Narkose klärt sie ein Narkosearzt gesondert auf. Am Behandlungstag kommt ihr Kind nüchtern in Begleitung einer Bezugsperson in unser AAZ (Ambulanz- und Aufnahmezentrum). Von dort wird es in den OP-Bereich gebracht. Nach dem Eingriff können Sie bei Ihrem Kind im Ausschlafraum sein. Sobald es sich von der Narkose erholt hat und eine Visite nach dem Eingriff stattgefunden hat, können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind nach Hause entlassen werden. Falls es postoperativ/zuhause zu Problemen kommen sollte, melden Sie sich bitte unverzüglich telefonisch/persönlich bei uns.

Was passiert in den Tagen nach der Lasertherapie?

Direkt während und nach Therapie mit einem Farbstofflaser kommt es in den meisten Fällen zu der Bildung einer Purpura, einer Art „blauem Fleck“. Diese kann in den ersten Tagen nach der Behandlung noch weiter abdunkeln oder es kann sich darüber eine Kruste bilden. Innerhalb von wenigen Tagen verschwindet diese Purpura in der Regel wieder. Eine spezifische Behandlung der Haut ist danach regelhaft nicht erforderlich. In dem Zeitraum, in dem die Purpura vorhanden ist, sollte ihr Kind nicht schwimmen gehen.

In welchem Zeitraum findet die Lasertherapie statt und wie häufig wird sie durchgeführt?

In den sonnenärmeren Monaten Oktober bis Ende April finden an unserem Zentrum donnerstags Laserbehandlungen jeweils im Abstand von 6-8 Wochen zwischen den jeweiligen Sitzungen statt. Je nach Indikation und Lokalisation sowie Ausdehnung der Gefäßfehlbildung werden bei der Mehrzahl der Patienten 3 bis 10 Sitzungen durchgeführt.

Kosten der Lasertherapie?

Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Anmeldung und Information:
Dermatologische Terminvergabe (Frau Schröter, Frau Gienow) 
Telefon: 0511 8115 2510
Email: dermatologie[at]hka.de