Vorstandswechsel in der Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt

Frau Dr. Agnes Genewein ist als alleinvertretende Vorständin der Hannoversche Kinderheilanstalt ab sofort für alle Einrichtungen der gemeinnützigen Stiftung verantwortlich. Herr Dr. Thomas Beushausen ist nach fast 23 Jahren altersbedingt als Vorstand ausgeschieden.

In einer feierlichen Amtsübergabe fand eine „Staffelstabübergabe“ vor rund 200 geladenen Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft aus Deutschland und der Schweiz statt. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Dr. Ulrich Haupt, eröffnete die Veranstaltung. Er und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende, Burckhard Scherrer, würdigten die außerordentlichen Verdienste von Dr. Beushausen für die Einrichtungen der Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt. „Er hat die BULT zu einer Marke mit Strahlkraft gemacht“, sagte Dr. Haupt und lobte die Politik der 1.000 kleinen, aber wohlüberlegten Schritte.

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann betonte in ihrer Rede, „dass Dr. Beushausen die Geschichte des Hauses maßgeblich geprägt hat und zu einem der leistungsfähigsten Krankenhäuser in Deutschland“ gemacht hat. „Stillstand und Bult – das waren zwei Dinge, die bei Thomas Beushausen nie zusammenpassten“ meinte die Ministerin  und zählte mit dem ersten Perinatalzentrum Hannovers, dem Diabeteszentrum oder den Erweiterungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie weitere Beispiele auf. Mit dem DIAKOVERE HENRIKE Mutter-Kind-Zentrum AUF DER BULT wird außerdem das größte Geburtszentrum Niedersachsens entstehen, das es so ein zweites Mal nicht gibt.

Hannovers Regionspräsident Hauke Jagau erwähnte die medizinische und digitale Entwicklung, mit der das Kinder- und Jugendkrankenhaus bundesweit „ganz weit vorne ist“, und dass dies für die Entwicklung der Region Hannover ganz wichtige Schritte seien.

Auch Bürgermeister Thomas Herrmann bezeichnete das Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT als einen der Leuchttürme Hannovers. „Dr. Beushausen hat hier keinen Job erledigt, sondern ist einer Passion gefolgt“, sagte Herrmann. „Das Aegidius-Haus AUF DER BULT ist eine wundervolle Einrichtung“ und sprach damit die vor fünf Jahren gegründete Kurzzeitpflegeeinrichtung für Kinder und junge Menschen mit Beeinträchtigungen an.

Die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, berichtete von ihren Erfahrungen aus ihrer Zeit, in der sie als Schirmherrin für die Suchttherapiestation „Teen Spirit Island“ im Einsatz war. 2010 wurde die Station mit den ersten stationären Plätzen für Computerspiel- und Mediensucht erweitert. Als Mutter von drei Kindern war sie auch privat im Kinder- und Jugendkrankenhaus und lobte die wunderbaren Ärzte und Pflegekräfte. „Die Menschen, die hier arbeiten, sind das größte Geschenk“, so Doris Schröder-Köpf.

Hans-Christian Biallas, Präsident der Klosterkammer Niedersachsen, die die Stiftung immer wieder bei Projekten unterstützt, erzählte in seiner Ansprache die eine oder andere Anekdote aus der gemeinsamen Schulzeit mit Dr. Beushausen und sorgte somit für Heiterkeit im Auditorium. Redner und Anwesende hießen Frau Dr. Genewein herzlich willkommen und wünschten ihr einen guten Start.

Nachdem der Olympiasieger und mehrfache Diskus-Weltmeister Lars Riedel als Überraschungsgast den BULT-Staffelstab an Dr. Beushausen übergeben hatte, dankte Dr. Beushausen für das Vertrauen, das in ihn gesetzt wurde. Anerkennung und Dank reichte er vor allem an die rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter. „Diese Menschen – und ich sage ganz bewusst Menschen, weil sie viel mehr einbringen als simple Mitarbeit und Arbeitsleistung, worauf unser durchökonomisiertes System sie fälschlicherweise reduzieren will. Diese Menschen sind Garant dafür, dass unser Versprechen „AUF DER BULT – in guten Händen“ an jedem Tag des Jahres, tags wie nachts, erfüllt wird für die Kinder und Jugendlichen, die uns anvertraut werden“, sagte Dr. Beushausen. Um die Zukunft der BULT mache er sich keine Sorgen, denn der Stiftungsauftrag ist zeitlos – sonst hätte die Stiftung in den vergangenen fast 160 Jahren die Umwälzungen in Deutschland und Europa nicht überlebt. „Es muss immer wieder Menschen geben, die diesen Auftrag annehmen, ihn ausfüllen und gestalten. „Dies verkörpert Frau Dr. Genewein, die als Stiftungsvorständin den Auftrag angenommen hat“, so Dr. Beushausen. Er wünschte seiner Nachfolgerin alles Gute und viel Erfolg.

Frau Dr. Genewein dankte und versprach, seine großartige Arbeit mit Herz und Verstand fortzuführen. Die BULT ist in Hannover, Niedersachsen und in ganz Deutschland anerkannt. „Auch in der Schweiz hat  sie in der kindermedizinischen Szene einen Namen, darum war es für mich keine Frage, diese Chance wahrzunehmen“, sagte Dr. Genewein. Sie wolle die hohen Ambitionen des Hauses weiterverfolgen, schloss Dr. Genewein und übernahm den Staffelstab.    

Zu den Personen:

Frau Dr. Agnes Genewein, gebürtige Münchenerin, kommt aktuell aus Basel nach Hannover. Sie war seit 2013 Geschäftsführerin der „Allianz Kinderspitäler der Schweiz (AllKidS)“ sowie Spezialärztin für Neonatologie am Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB). Aus dieser Zeit stammt auch ihr Engagement für das „Netzwerk Rare Diseases Nordwest und Zentralschweiz“ und für die „kosek - nationale Koordination seltene Krankheiten“. Zudem war sie Dozentin für Medizinische Ethik an der Universität Zürich und für Pädiatrie und Palliative Care an der Universität Basel.
Frau Dr. Genewein hat an der Hochschule St. Gallen den Master of Business Administration (MBA) sowie an der Universität Zürich den Master of Applied Ethics (MAE) erworben.

Herr Dr. Thomas Beushausen war insgesamt 38 Jahre in verschiedenen Bereichen der Stiftung tätig, davon fast 23 Jahre als Vorstand. Der Facharzt für Kinderheilkunde sowie für Anästhesie und Intensivmedizin war zuletzt Oberarzt der Abteilung für Kinderanästhesie und Intensivmedizin, bis er 1997 zum alleinvertretenden Vorstand der Stiftung Hannoversche Kinderheilanstalt berufen wurde. Mit einem Managementstudium in den USA und in Deutschland hatte er als Master of Business Administration (MBA) zusätzliche Qualifikationen erworben.