Leistungen für kranke Neugeborene

Auch Kinder, die zum Termin geboren werden, können Probleme haben oder entwickeln, die kinderärztliche Hilfe erfordern:

  • Infektionen, die vor oder während der Geburt erworben werden
  • Störungen in der Anpassung der Atmung
  • Störungen der Ernährung oder der Blutzuckerregulation
  • angeborene Fehlbildungen
  • Entzugssymptome nach mütterlichem Drogenkonsum

Die Betreuung dieser Kinder unterscheidet sich nicht grundsätzlich von der frühgeborener Kinder, allerdings sind Art, Ausmaß und Zeitraum der Behandlung wesentlich variabler. Wenn die Mutter nach der meist unerwarteten Verlegung ihres Kindes in das Kinder- und Jugendkrankenhaus mit aufgenommen werden möchte, ist dies meist möglich. Allerdings setzen wir voraus, dass die Mutter vollständig für sich selbst sorgen kann, da keinerlei medizinische Versorgung für sie möglich ist (außer im Notfall). Entsprechend haben wir festgelegt, dass die Mitaufnahme nach einer Spontanentbindung frühestens nach 24 Stunden, nach einem Kaiserschnitt nach 4 Tagen erfolgen kann. Die Hebamme kann die Mutter in unseren Räumlichkeiten betreuen.

Die Betreuung von Neugeborenen drogenabhängiger Mütter umfasst einerseits die medizinische Betreuung inklusive Entzugsbehandlung der Kinder sowie eine möglichst individuelle Betreuung der psychosozialen Bedürfnisse der Familie.

Vorgeburtliche Gespräche mit betroffenen Müttern werden angeboten und sind ausdrücklich erwünscht. Dies gilt auch für andere bereits vorgeburtlich bekannte Probleme. Terminvereinbarung bei Herrn Prof. Dr. Guthmann unter Tel. 0511/8115-3311 oder guthmann(at)hka.de.

Neugeborene mit chirurgischen Problemen

Durch unsere große kinderchirurgische Abteilung werden viele Neugeborene mit operativ zu behandelnden Problemen bei uns aufgenommen:

  • Fehlbildungen des Kopfes und des Rückens (z. B. Spina bifida), des Brustkorbs, des Bauchs und des  Darms (z. B. Verschlüsse oder Spalten)
  • entzündliche Erkrankungen des Darmes (nekrotisierende Enterokolitis)
  • Frühgeborene mit einem offenen Ductus Botalli zum operativen Verschluss (zusammen mit einem Kinderkardiochirurgen der Medizinische Hochschule Hannover)

Bei vorgeburtlich bekannten Fehlbildungen, die das Kind bereits direkt nach der Geburt gefährden können (Zwerchfelllücke, Bauchwanddefekte), wird der geplante Kaiserschnitt durch die Geburtshelfer/innen des Perinatalzentrums Hannover direkt im Kinderkrankenhaus auf der Bult durchgeführt. So kann das Neugeborene schonend und mit geringstmöglicher Belastung weiterversorgt werden.

Die gemeinsame Betreuung durch Neonatologen/innen, Kinderchirurgen/innen und spezialisierte Anästhesisten/innen ermöglicht die optimale Versorgung dieser Kinder sowohl vor, während und nach der Operation.

Bei vorgeburtlich bekannten Fehlbildungen kann eine gemeinsame Beratung der Eltern durch den Geburtshelfer/innen, den Neonatologen/innen und den Kinderchirurgen/innen vereinbart werden.