Jugendlichenstationen
(Stationen 15, 16 und 17)

Zur Aufnahme kommen Jugendliche zwischen dreizehn und achtzehn Jahren. Es werden alle Störungsbilder des Jugendalters wie Depressionen, Angst und Zwangsstörungen, Schulphobien etc. behandelt. Zusätzlich bieten wir zwei Spezialsettings zur Therapie von Jugendlichen mit Essstörungen und Traumafolgestörungen.

Jede der drei Jugendlichenstationen (15, 16, 17) hat elf Betten.

Im gemeinsamen Aufnahmegespräch mit Patienten/innen, Angehörigen, Therapeut/innen und Pflegekräften werden individuelle Therapieziele exploriert und ein grober zeitlicher Rahmen für die Dauer der Therapie festgelegt.

Als Therapeuten/innen arbeiten Ärzte/innen in der Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendpsychiater, psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten/innen, die einzel-, gruppen- und familientherapeutische Sitzungen durchführen. Für die 11 Patienten/innen einer Station sind jeweils ein Arzt und ein/e Psychotherapeut/in zuständig.

Im soziotherapeutischen Bereich arbeiten Erzieherinnen und Erzieher, einige von ihnen mit fachpsychiatrischer Zusatzausbildung. Das differenzierte Beschäftigungs- und Erprobungsangebot ist zugeschnitten auf das jeweilige Störungsbild und die Bedürfnisse der jungen Patienten/innen. Es werden soziales Kompetenztraining, Kreativgruppen, geschlechtsspezifische Gruppen für Mädchen und Jungen, Bewegungsgruppen sowie Spezialangebote für Traumapatienten/innen und essgestörte Jugendliche angeboten. Ebenso sind auch themenoffene, nicht gruppenbezogene freie Zeiten zur Erprobung vorgesehen, um die in den psychiatrisch/psychotherapeutischen Sitzungen sowie in den soziotherapeutischen Gruppen erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten unter Supervision der Mitarbeiter/innen des soziotherapeutischen Bereichs.

Für die Jugendlichen sind die drei Stationen während der Zeit ihres Aufenthalts der Lebensmittelpunkt, jedem Patienten und jeder Patientin ist für die Dauer des Aufenthaltes eine Pflegekraft als Hauptansprechpartnerin zugeordnet (Bezugspflege). Im Bezugssystem erfahren sie Beziehung, Sicherheit und Halt, gestalten und planen ihren Alltag und erleben sich in ihren Fähigkeiten und Verhaltensweisen im Kontakt mit den anderen Jugendlichen.

Eine verlässliche Tagesstruktur ist ein unverzichtbares Instrument, um die Sicherheit und psychische Stabilität der Jugendlichen zu erhöhen. Die Jugendlichen erstellen gemeinsam mit den Pflegekräften individuelle Wochenpläne. Diese basieren auf der Therapieplanung, die vom gesamten therapeutischen Team erarbeitet wird.

Jeder der drei Jugendlichenstationen ist je eine Lehrerin oder ein Lehrer zugeordnet (Stations-Lehrer-Prinzip), die/der von der Schulbehörde delegiert wird. Die Lehrer/innen erheben eine schulische Anamnese, halten den Kontakt zu den zuständigen Schulen und werden in die stationäre Diagnostik und soweit möglich in den Therapieablauf einbezogen. Sie bereiten die Rückkehr in die Ursprungsschule oder die Integration in eine neue Schule vor. Häufig organisieren sie zunächst einen externen Belastungsversuch in einer Gastschule.

Zur Erprobung der im Rahmen der Therapie erreichten Fortschritte gibt es regelmäßige Besuchszeiten und Zeiten zur Belastungserprobung im häuslichen Umfeld.

Die Anmeldung für die Jugendlichenstationen erfolgt über die Institutsambulanz der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik unter der Telefonnummer 0511/8115-5541.